Life

“Life should not be a journey to the grave with the intention of arriving safely in a pretty and well preserved body, but rather to skid in broadside in a cloud of smoke, thoroughly used up, totally worn out, and loudly proclaiming “Wow! What a Ride!””
Hunter S. Thompson


Deutscher Mobilitätskongress 2013

Letzte Woche war ich auf dem ersten Deutschen Mobilitätskongress in Frankfurt. Die Veranstaltung wurde von dem Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft e.V. (DVWG) organisiert. Abgesehen von dem Titel „Energie und Mobilität – unterwegs in eine nachhaltige Gesellschaft“, der meines Erachtens wenig mit dem Kongress zu tun hatte, war es ein hochinteressanter und gelungener Kongress.

Deutscher Mobilitätskongress

Ich habe Roland Koch (Vorsitzender des Vorstandes der Bilfinger SE), Dr. Stefan Schulte, (Vorsitzender des Vorstandes der Fraport AG) und Ulrich Homburg (Vorstand DB Mobility Logistics AG) reden gehört. Zudem durfte ich dein Workshop „Nachwuchs trifft Entscheider“ mit Frau Brandes (Geschäftsführerin der Grontmij GmbH) und Ulrich Homburg besuchen.

Hier meine Stichpunkte zu der Veranstaltung:

  • Das Auto verliert immer mehr an Stellenwert bei Jugendlichen. Sobald jedoch das erste Kind da ist, ändert es sich wieder.
  • Das Smartphone ersetzt das Auto. Per Telefon hat man Zugang zur Mobilität. Dies ist eine einmalige Chance für die öffentlichen Verkehrsmittel.
  • Dem Kunden geht es um den günstigsten (und angenehmsten) Weg von A nach B, egal wie.
  • Man braucht Mobilitätskonzepte für die alterndes Gesellschaft.
  • Mobilität und Bildung sind unsere Wettbewerbsvorteile.
  • Es müssen die Grundbedürfnisse erfüllt sein. Menschen wollen immer MEHR und SCHNELLER: haben, kommunizieren, reisen.
  • Grundwohlstand ist gefährdet, weil wir nicht mehr wettbewerbsfähig bleiben, wenn wir nicht in die Infrastruktur investieren.
  • Alternative, private Finanzierungsmöglichkeiten werden in Zukunft für die Erhaltung der Infrastruktur gebraucht.
  • Der Verkehrsfluss muss richtig gemessen werden, sodass man eine vernünftige Verkehrssteuerung machen kann
  • „Wer zahlt die Steuerungselemente der Mobilität?“
  • Der Lebensstandard und Wettbewerbsfähigkeit sind abhängig von Mobilität und Logistik.
  • Auto und Flugzeug werden als selbstverständlich gesehen. Manchmal mit einem schlechten Gewissen.
  • Transport und Logistik macht wesentlich mehr als Produktion.
  • Im Online Handel wird Mobilität als selbstverständlich gesehen, die Belastung wird aber nicht immer akzeptiert.
  • Durch die immer kürzeren Produktlebenszyklen (Beispiel iPhone) muss beim Exportieren geflogen werden. Flugfracht wird immer wichtiger.
  • Fraport hat über 70% von Export/Import über Luft
  • Die DB möchte als Umweltvorreiter ihren Plan 2020 erfüllen. Dies heißt vor allem einen Ausbau der Infrastruktur
  • Carsharing: 40-80% der 18-25-Jährigen geht es nicht mehr darum ein Auto zu besitzen. Lediglich der Zugang zu einem Auto ist ausreichend.
  • Das Vernetzen von Verkehrsträgern ist seit 20 Jahren ein Thema. Bis jetzt ist leider wenig passiert.
  • Die Deutsche Bahn möchte mit qixxit.de eine neutrale Verkehrsplattform etablieren, auf welche auch die Verfügbarkeit und Buchbarkeit von Wettbewerbern ermöglicht. … Das ganze erinnert mich ein wenig an moovel von der Daimler Mobility Services GmbH
  • Warum macht die Bahn das? Weil sie sich ein großes Potenzial für von Kundengruppen verspricht, die öffentliche Verkehrsmittel nicht in Betracht gezogen haben.
  • Geiler Spruch von Homburg: „Es werden nicht die Großen überleben, sondern die schnell sind und sich schnell anpassen. Wir sind beides.“
  • Die Unterfinanzierung der Schiene ist seit 10-15 Jahren bekannt. In welchem Umfang finanziert der Staat und wie der Nutzer?
  • Blickwinkel des Kunden: Jeder nutzt das Verkehrsmittel, welches für ihn gerade am einfachsten ist.
  • Car-to-Car Kommunikation wird der heiße Scheiß.

Verkehrszentrale Hessen

Am Freitag Vormittag haben wir noch einen Exkursion in die Verkehrszentrale Hessens gemacht. Dort konnten wir mal sehen, was es mit Verkehrsmessung und Verkehrslenkung so an sich hat.


Organisiert mit Bullet Journal

Seit Jahren probiere ich verschieden Tools aus, um mich zu organisieren. Nun teste ich seit einem guten Monat die Bullet Journal Methode … und es funktioniert super für mich. Kann ich nur empfehlen.


Aufbruch mit Finkbeiner, Fray, Sagmeister und Welzer

Als ich vor ein paar Monaten von GLOBArt, Denkwerkstatt für Zukunftsfragen, als Redner angefragt wurde, konnte ich noch nicht richtig abschätzen, was mich dort erwarten wird. Vier Tage in der Nähe von Wien hörte sich gut an und Harald Welzer würde ich auch gerne mal kennen lernen, habe ich mir gedacht und zugesagt.

Es war ein klasse Event. Hier meine Highlights.

In Wien angekommen, lerne ich Radica und Marko Calason kennen. Wir werden nach Krems gefahren, wo die GLOBArt Academy stattfindet. Marko ist 13 Jahre alt, aus Mazedonien, hat mit 6 Jahren sein erstes Microsoft Zertifikat gemacht. In der Zwischenzeit eine Schule gegründet und 2 Bücher geschrieben. Hier ein kleines Video von ihm.

Am Freitag beginnt Harald Welzer mit dem Vortrag “Transformationsdesign. Wie man in eine nachhaltige Moderne kommt (und wie nicht)”. Unglaublich, wie gut er die Leute in dem Raum mit seinen Worten fesseln kann. Hier ein paar Stichpunkte:

  • Menschen besitzen 10.000 Dinge und jedes Jahr mehr
  • Ein Bewusstseinsveränderung ist seit den 70er Jahren da, aber leider nicht das aktive Handeln
  • Jedes Jahr wird mehr konsumiert
  • Es gibt von allem mehr: Autos die nicht mehr in die Garagen passen
  • Fremdversorgung
  • Besorgungsindustrie
  • Es fehlt die Verbindung zwischen Besorgnis und Produktion
  • Niemand beginnt die Dinge zu verändern
  • Mit negativen Botschaften bekommt man keine positive Veränderung
  • Für die Veränderung der Gesellschaft braucht man 3-5% der Bevölkerung in jeder gesellschaftlichen Schicht
  • Der einzelne macht den Unterschied
  • Anfang: Weglassen (Kulturform in der man nichts mehr braucht)
  • Gutes Leben muss nicht quantitativ begründet sein
  • Wir sind die Diener der Produkte
  • Kapitalismus =  Effizienzerhöhung
  • 99% aller Produkte, die produziert werden, kommen irgendwann auf den Müll. Kaufen = Müllproduktion

Hier ein Video, welches ähnlich zu seinem Vortrag in Krems war.

Wenig später tritt Stafan Sagmeister auf die Bühne.

Sagmeister 7 years

Er erzählt darüber, dass er sein Design Studio in New York alle 7 Jahr für ein Jahr schließt um ein Jahr etwas anderes zu machen. Hier sein TED Talk

Was bei seinem Vortrag sehr interessant war, ist, dass er die ganze Sache feinsäuberlich plant und immer Liste führt. Er hat sich ausgiebig mit “Happiness” beschäftigt und sein Plan in Etappen sich auf die Rente vorzubereiten ist bemerkenswert. Er ist ein bekennender Freund von Listen.

Sagmeister Sabbatical Life Work Span

(Source: braidcreative.com)

Hier seine “7 Rules of Happiness”

stefan sagmeister 7 rules of happiness

Samstag war Kunsttag. Es wurde sehr viel über Christoph Schlingensief gesprochen und philosophiert. Krasser Typ! Ich lese grade sein Buch “So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!

Am Abend war dann eins meiner Highlights. David Fray hat ein Bach Konzert gegeben. Unglaublich!

Zum krönenden Abschluss hat Felix Finkbeiner am Sonntag Vormittag Plant-for-the-Planet vorgestellt. Unglaublich was der Junge für eine Power hat und in den letzten Jahren schon erreicht hat.

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Mit Abstand der beste Auftritt auf der diesjährigen GLOBArt Academy. Hier eine ähnliche Rede von ihm.

Fazit: Mal wieder sind wir aus aller Welt zusammengeflogen um über Veränderung, Zukunft und Umwelt zu sprechen. Die Bewusstseinsveränderung ist auf jeden Fall bei jedem angekommen, aber gemacht wird dann doch wenig. Dabei brauchen wir, laut Harald Welzer, nur 3-5% der Bevölkerung (in jeder gesellschaftlichen Schicht) um eine Veränderung der Gesellschaft zu erreichen. Das sollte doch zu machen sein.

Neben einer Menge tollen Begegnungen nehme ich hauptsächlich eine Sache mit nach Hause. Selbst kreative Genies wie Stafan Sagmeister gehen an sehr analytisch vor, wenn es um Freizeitplanung geht. Stift und Papier sind einfach super für Listen (bzw. Bucket Lists).


Stefan Sagmeister: The power of time off


Die 10 Mythen des Unternehmertums

gerade zufällig auf tarek’s blog gefunden.


Fireside Chat With Nasty Gal CEO Sophia Amoruso

cool girl. amazing interview.


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